Merkvers: “Zur selben Zeit soll Juda geholfen werden und Jerusalem sicher wohnen, und man wird sie nennen, ‘Der HERR, unsere Gerechtigkeit’.” (Jer. 33, 16)
1. Wie ist es bestellt um die Gerechtigkeit des natürlichen Menschen, auch wenn er sich noch so sehr anstrengt, unbescholten zu leben? Röm. 10, 3; Jes. 64, 5
“Erziehung und Bildung, Willensübung und menschliche Anstrengung haben ihren eigenen Wirkungskreis, sind aber in diesem Falle machtlos. Sie mögen eine äußere Verbesserung der Sitten herbeiführen, können aber das Herz nicht verändern. Sie sind nicht imstande, die geheimen Triebfedern des Lebens zu reinigen.” (Der Weg zu Christo, S. 16)
2. In welcher Gerechtigkeit allein kann ein Mensch von Gott gerechtfertigt und versöhnt werden? Röm. 3, 21.22.28; 4, 2-5.13
“Glaube ist die Bedingung, unter welcher es Gott gefallen hat, dem Sünder Vergebung zu verheißen. Nicht als ob im Glauben irgendwelche Tugend wäre, wodurch Erlösung verdient würde, sondern weil der Glaube die Verdienste Christi, das für die Sünde vorgesehene Heilmittel, erfassen kann.
Glaube kann Christi vollkommenen Gehorsam für des Sünders Übertretung und Abfall darreichen. Wenn der Sünder glaubt, dass Christus sein persönlicher Heiland ist, dann verzeiht ihm Gott seine Sünden und rechtfertigt ihn unbeschränkt nach seiner unfehlbaren Verheißung.
Die reuige Seele erkennt die Tatsache, dass ihre Rechtfertigung erfolgt, weil Christo ihr Stellvertreter und Bürge ist, der für sie gestorben und ihre Versöhnung und Gerechtigkeit ist.” (Review and Herald, 4. Nov. 1890)
“Was ist Rechtfertigung durch den Glauben? Es ist das Werk Gottes, die Herrlichkeit des Menschen in den Staub zu legen und für den Menschen das zu tun, was nicht in seiner Macht liegt, für sich selbst zu machen. Wenn die Menschen dann ihre eigene Nichtigkeit erkennen, sind sie zubereitet, mit der Gerechtigkeit Christi bekleidet zu werden.” (Review and Herald, 16. Sept. 1902)
3. Auf welchem Wege wird der im Blut und Verdienst Jesu gerechtfertigte Sünder in der Wiedergeburt aus Wasser und Geist weitergeführt und zwar
a) in seinem Verhältnis zur Sünde und Gerechtigkeit? Römer 6, 11-13
b) in Bezug auf sein inneres Glaubensleben? Hebr. 12, 14
c) im Hinblick auf sein äußeres Verhalten? Eph. 2, 4.5.8-10
d) in seiner Erfahrung mit Christus und seiner Liebe? Eph. 3, 17
“Die Gerechtigkeit, durch welche wir gerechtfertigt werden, wird zugerechnet. Die Gerechtigkeit, durch welche wir geheiligt werden, wird verliehen. Die erstere schafft uns den Anspruch für den Himmel, die zweite macht uns geeignet für den Himmel.” (Review and Herald, 4.6.1895)
“In der Religion Christi ist ein erneuernder Einfluß, der das ganze Wesen verwandelt und den Menschen über jedes niedrige, verkommene Laster erhebt und die Gedanken und Wünsche auf Gott und nach dem Himmel empor richtet. Mit dem Unendlichen verbunden, wird der Mensch Teilhaber der göttlichen Natur. Die Pfeile des Bösen haben keine Wirkung auf ihn, denn er ist mit der vollen Waffenrüstung der Gerechtigkeit Christi bekleidet.” (Counsels to Teachers, S. 51.52)
4. Wie zeigt sich die innewohnende Gerechtigkeit Jesu Christi im Leben seines Jüngers?
a) im Hinblick auf die heiligen 10 Gebote Gottes? Römer 8, 2-4; 13, 10; 1. Joh. 5, 3
b) im Hinblick auf sein Leben in der Familie, der Gemeinde und unter Freunden und Feinden? Gal. 5, 22; Kol. 3, 12-15; Matth. 7, 12
“Wenn wir mit der Gerechtigkeit Christi bekleidet sind, werden wir kein Wohlgefallen an der Sünde finden, denn Christus wird durch uns wirken. Wir können Fehler machen, aber wir werden die Sünde hassen, die dem Sohne Gottes die Leiden verursachte.” (Test. IV., S. 610)
“Wenn wir Christus annehmen, werden freundliche Worte beweisen und als sichtbare Tatsache bezeugen,
Review and Herald, 4. Nov. 1890)
“Wenn Christus im Herzen ist, wird es durch die Liebe zu Gott und den Menschen so zärtlich und milde sein, dass Aufregung, Fehlerfinden und Streit darin nicht zu finden sein werden. Die Religion Christi wird im Herzen ihrer Besitzer einen vollständigen Sieg über die Leidenschaften erringen, welche nach der Herrschaft streben.” (Test. IV., S. 610)
5. Genügt die äußerliche, pharisäische Buchstabengerechtigkeit so genannter Reformbewegungen in alter und neuer Zeit, um selig zu werden? Matth. 23, 23-28; 5, 20
“Selten fühlen oder sehen sie ihre eigenen Fehler, denn sie haben genug zu tun gehabt, die Fehler anderer zu beobachten, ohne auch nur in ihre eigenen Seelen zu schauen oder ihre eigenen Herzen zu erforschen. Die Kleidung, der Hut, die Schürze einer Person fesselt ihre Aufmerksamkeit. Sie müssen zu diesem oder jenem reden und es reicht, während Wochen dabei zu verweilen. Ich sah, dass die ganze Religion, welche einige arme Seelen haben, darin besteht, die Kleider und Taten anderer zu überwachen und an ihnen Fehler zu finden. Wenn sie sich nicht reformieren, wird für sie kein Platz im Himmel sein, denn sie würden am HERRN selbst Fehler finden.” (Test. I., S. 145)
“Die Reformation wird keine gute Frucht der Gerechtigkeit hervorbringen, wenn sie nicht mit der Erweckung des Geistes verbunden ist.” (Review and Herald, 25. Febr. 1902)
6. Wie nur ist das reine Gerechtigkeitskleid zu erlangen? Matth. 5, 6 (erster Satz); Psalm 42, 2-3; Joh. 7, 37
“Gerechtigkeit ist Heiligkeit, Gottähnlichkeit, und ‘Gott ist Liebe” (1. Joh. 4, 16).
Der Zustand der Gerechtigkeit entspricht dem Maßstab des Gesetzes Gottes, ‘denn alle deine Gebote sind Recht’ (Ps. 119, 172), und die Liebe ist ‘des Gesetzes Erfüllung’ (Röm. 13, 10). Gerechtigkeit ist Liebe. Und Liebe ist Licht und Leben aus Gott. Solche Gerechtigkeit ist in Christus verkörpert. Wir empfangen sie dadurch, dass wir ihn annehmen. Gerechtigkeit wird nicht durch besondere Anstrengungen oder mühevolle Arbeit, auch nicht durch Gaben oder Opfer erworben, sondern sie ist eine freie Gabe, die jeder hungernden und dürstenden Seele geschenkt wird. ‘Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!’ (Jes. 55, 1)” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 146.147)
7. Mit welcher Verheißung preist der Herr Jesu die nach seiner Gerechtigkeit hungernden und dürstenden Seelen selig? Matth. 5, 6 (2. Satz); Jes. 55, 1-2; Luk. 1, 53
“Wir brauchen unsern Durst nicht an jedem beliebigen Gewässer stillen, denn die herrliche Quelle, von deren Fülle wir reichlich trinken können, um auf dem Wege des Glaubens vorwärts zu kommen, ist dicht bei uns… Jesus sagt: ‘Das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.’ (Joh. 4, 14).
Wem der Heilige Geist die Wahrheit erschließt, der wird die köstlichsten Erfahrungen machen. Er wird sich danach sehnen, anderen den Trost zu bringen, mit dem er getröstet worden ist. Wer mit ihm in Verbindung kommt, dem teilt er manchen neuen Gedanken über das Wesen oder das Werk Christi mit. Er wird denen, die dem Heiland anhangen, und auch solchen, die ihm noch nicht folgen, manche neue Offenbarung seiner erbarmenden Liebe vermitteln können.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 148.149)
8. Nur an welcher Quelle kann der Mensch zu seinem ewigen, inneren Frieden kommen und den Hunger und Durst seiner Seele in alle Ewigkeit stillen? Joh. 4, 6-15.28-30; 6, 35
“Wer einmal die Liebe Christi geschmeckt hat, sehnt sich nach immer größerem Genuß, und je mehr er mitteilt, desto mehr wird er empfangen. Jede Offenbarung Gottes vermehrt die Fähigkeit der Seele, zu erkennen und zu lieben.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 149)
9. Wie trefflich ist das Heil in Christo in der Erfahrung Israels während der Wüstenwanderung vorausgeschattet? 2. Mose 17, 5.6; Psalm 78, 15.16.24.25; 1. Kor. 10, 3.4
10. Woraus trinken die heutigen vorgeblichen Christen, die sich nicht durch die Botschaft Jesu Christi von Babylon lösen wollen? Offenbarung 14, 8; 17, 4; 18, 3
11. Was werden diejenigen, die nach der Gerechtigkeit Christi gedürstet und gehungert haben, am Hochzeitsmahl des Lammes tragen? Offenbarung 19, 7-9; 6, 11; 16, 15
- a) Wie schrecklich wird die satte, gottlose Welt in der Plagenzeit nach dem Lebensbrot hungern und es doch nicht mehr finden? Amos 8, 10-14
- b) Welche schreckliche Erfahrung werden auch die lauen Namens-Adventisten machen, welche versäumten, ihre Charakterkleider im Blute des Lammes zu waschen und helle zu machen? Matth. 22, 11-13; 25, 6-12
“O, wie viele sah ich in der Zeit der Trübsal ohne irgend einen Schutz! Sie hatten die nötige Vorbereitung vernachlässigt. Deshalb konnten sie nicht die Erquickung empfangen, die alle haben müssen, um vor dem Angesicht eines heiligen Gottes zu leben.
Diejenigen, die sich nicht durch die Propheten wollen zurichten lassen, die es versäumen, ihre Seelen zu reinigen, in dem sie der ganzen Wahrheit gehorchen, und die ihren Zustand für besser halten als er wirklich ist, werden zur Zeit, wenn die Plagen kommen, aufwachen und erkennen, dass es nötig war, für den Bau behauen und zugerichtet zu werden. Aber dann wird keine Zeit mehr sein, dies zu tun, und kein Mittler mehr, der ihre Sache vor dem Vater vertritt.” (Erfahrungen & Gesichte, S. 62)
“Die törichten Jungfrauen sind nicht Symbol für die Heuchler, sondern für Menschen, die die Wahrheit durchaus schätzen, die sich sogar für sie einsetzen und sich zu denen hingezogen fühlen, die ihr glauben. Sie lassen nur den Heiligen Geist nicht an sich wirken. Sie sind nicht auf den Felsen Jesus Christus gefallen, und haben ihr altes Wesen nicht an ihm zerbrechen lassen.” (Christi Gleichnisse, S. 314)