Kategorie: ALLE TIPPS, Bergpredigt, 10 Gebote-Gesetz

Bergpredigt Nr. 12: Der Geist des Gesetzes II

Merkvers: “… und die Beschneidung des Herzens ist eine Beschneidung, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Eines solchen Lob ist nicht aus Menschen, sondern aus Gott.” ( Röm. 2, 29 )

    1. Mit welchen Worten zeigte der Herr Jesus in seiner gewaltigen Predigt, dass die Buchstabengerechtigkeit der Pharisäer zur Erlangung des ewigen Lebens nicht reicht? Matth. 5, 20

“Die Jünger waren oft durch Tadel und Vorwürfe derer, die sie als Glaubenslehrer zu verehren gewohnt waren, vor den Kopf gestoßen und in Gewissensnot gebracht worden. Jesus entschleierte ihren Betrug. Er erklärte einfach, dass die Gerechtigkeit, auf die die Pharisäer so großen Nachdruck legten, ohne Wert sei. Die Juden hatten den Anspruch erhoben, vor Gott als ein Volk von Gerechten zu gelten und bei ihm in besonderem Ansehen zu stehen; Christus indessen wies nach, dass ihrer Religion das Salz des Glaubens fehlte. All ihr frommes Gebaren, ihre menschlichen Klügeleien und Bräuche, selbst ihre prahlerische Erfüllung der äußerlich aufgefassten Gebote konnte ihnen nicht zur Heiligkeit verhelfen. Sie hatten keine reinen Herzen und kein edles, Christusgemäßes Wesen.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 182)

    Was fehlte ihnen trotz ihres gestrengen Gesetzeseifers? 1. Kor. 13, 1-3

    2. Nur welcher Glaube und welche Religion ist ein Wohlgeruch für den Herrn und hat die Verheißung des zukünftigen Lebens? Gal. 5, 6; Röm. 13, 8-10

“Gesetzesreligion reicht nicht aus, den Menschen in Einklang mit Gott zu bringen. Die harte, starre Strenggläubigkeit der Pharisäer, der es an Demut, Mitgefühl und Liebe fehlte, konnte Sündern nur ein Stein des Anstoßes sein. Jene Leute glichen dem Salz, das seine Würzkraft verloren hat. War ihr Wirken doch nicht von der Kraft begleitet, die Welt vor dem Verderben zu bewahren. Der einzig wahre Glaube ist der, ‘der durch die Liebe tätig ist’. Nur er vermag auch die Seele zu läutern. Dem Sauerteig gleich durchdringt und wandelt er das ganze Wesen.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 182)

    Wie trefflich hat der Geist der Weissagung die Entwicklung einer pharisäischen Geistesrichtung unter dem Adventvolk vorausgesehen und uns davor gewarnt?

“Geistliche Dinge sind nicht erkannt worden. Schein und mechanische Betriebsamkeit sind erhöht worden, als wären sie eine Machtd, während die Tugenden der wahren Vortrefflichkeit, edle Frömmigkeit und Heiligkeit des Herzens erst in zweiter Linie Beachtung fanden. Das, was das erste hätte sein sollen, wurde zum Letzten gemacht.” (E.G. White in Review and Herald, 27.2.1894)

“Die fünf törichten Jungfrauen hatten Lampen (dies bedeutet eine Kenntnis der Schrift-Wahrheiten), aber sie hatten die Gnade Christi nicht. Tag für Tag machten sie eine Runde von Zeremonien und äußerlichen Pflichten mit, aber ihr Dienst war ohne Leben, ohne die Gerechtigkeit Christi. Die Sonne der Gerechtigkeit schien nicht in ihre Herzen und Sinne. Auch hatten sie nicht die Liebe zur Wahrheit, welche Leben und Charakter dem Bild und der Überschrift Christi anpasst. Ihre Religion war eine dürre Schale, ohne einen wahren Kern. Sie hielten fest an den Formen der Lehre, aber sie waren betrogen in ihrem christlichen Leben voller Selbstgerechtigkeit und verfehlten, die Lektionen in der Schule Christi zu lernen, welche, wenn befolgt, sie weise zur Erlösung gemacht hätte.” (E.G. White in Review and Herald, 27.3.1894)

    3. Was fand der HERR hinter der Buchstabenfrömmigkeit der äußerlich strengen Gesetzeseiferer? Matth. 23, 27.28

“Menschenwesen atmet Pharisäergeist. Wenn der Heiland den Gegensatz zwischen seinem Geist und der Denkweise der Schriftgelehrten hervorhebt, ist seine Lehre daher zu allen Zeiten anwendbar.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 208)

    a) Was haben sie sogar in ihrem blinden Eifer umgestoßen? Mark. 7, 9-12

    4. Welche wahre gläubige Herzenseinstellung kann uns vor dem Pharisäismus und seinen verderblichen Folgen bewahren? Luk. 18, 13; 17, 10; Phil. 3, 9

“Nicht nur am Anfang des Christenlebens ist diese Selbstübergabe nötig; bei jedem Schritt himmelwärts muss sie erneut vollzogen werden. Gute Werke, die wir tun, entspringen sämtlich einer Kraft, die außerhalb unserer selbst liegt. Deshalb ist es so wichtig, dass das Herz sich immer wieder Gott zuwendet, dass wir immer wieder aufrichtig und reuevoll unsere Sünden bekennen und unsere Seele vor ihm demütigen. Nur bei ständiger Selbstverleugnung und in Verbindung mit Christus können wir sicher wandeln … Mit jedem Schritt, der uns in unserer christlichen Erfahrung voranbringt, vertieft sich unsere Reue.” (Christi Gleichnisse, S. 120.121)

    5. An welchem Beispiel zeigt Jesus, dass schon durch unedle Beweggründe des Herzens und durch Worte das himmlische Gesetz übertreten wird? Matth. 5, 21-22

“Gott hat uns durch die Hingabe seines Sohnes zu unserer Erlösung bewiesen, welch hohen Wert er auf jeden einzelnen Menschen legt, und gestattet es deshalb keinem Menschen, verächtlich von dem andern zu reden … Selbst die verkommensten Menschen müssen mit Achtung und Nachsicht behandelt werden. Gott wird uns für jedes verächtliche Wort, mit dem wir Menschen verletzt haben, für die Christus sein Leben dahingab, zur Verantwortung ziehen … ‘Wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig.’ Im alten Testament wurde das Wort Narr gebraucht, um einen Abtrünnigen oder einen ganz und gar dem Bösen ergebenen Menschen zu bezeichnen. Jesus sagt, wer seinen Bruder als Abtrünnigen oder Gottesverächter verdammt, der bewies damit, dass er selbst dies Urteil verdient hat.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 185.186)

    6. In welcher Erfahrung mit Satan ist uns Christus im Gebrauch der Worte ein Vorbild? Judas 9

    7. Wie ernst lehrt der HERR in der geistlichen Bedeutung des Gesetzes die Versöhnungs- und Vergebebereitschaft? Mark. 11, 25.26
    a) Was muss sogar sofort unterbrochen werden, wenn der Bruder etwas hat wider uns? Matth. 5, 23.24
    b) An was sollen wir gedenken, wenn der Geist der Unversöhnlichkeit uns betören will? Eph. 4, 32; Kol. 3, 13; Matth. 6, 12

“Unser Bruder mag uns ein größeres Unrecht zugefügt haben als wir ihm; das ändert jedoch nichts an unserer Verantwortlichkeit. Treten wir vor Gott, und es kommt uns in den Sinn, dass ein anderer etwas gegen uns hat, dann schieben wir besser unsere Gabe des Gebetes der Danksagung oder unsere Spende auf, begeben uns zu unserem Bruder, mit dem wir in Zwietracht geraten sind, bekennen ihm in Demut unsere Sünde und bitten ihn um Verzeihung. Haben wir irgendwie unseren Bruder benachteiligt oder geschädigt, dann machen wir den Schaden wieder gut. Haben wir unabsichtlich falsches Zeugnis abgelegt, seine Aussagen unrichtig wiedergegeben, seinen guten Ruf auf irgendeine Weise beeinträchtigt, dann gehen wir hin zu denen, die unsere Auslassungen vernommen haben, und nehmen all unsere schädlichen Entstellungen zurück … Es wäre ein elendes Possenspiel, wollte jemand äußerlich bekunden, dass er an den Gott der Vatermilde glaubt, während er in seinem Geiste von Lieblosigkeit belastet ist.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 188.187)

    8. Welch schwere Folgen zieht die Unversöhnlichkeit nach sich? Matth. 18, 21-35

“Vielleicht hat er bereits einmal Vergebung empfangen; doch durch seine Unversöhnlichkeit zeigt er, dass er Gottes verzeihende Liebe jetzt zurückweist und sich von ihm getrennt hat. Darum ist seine gegenwärtige Lage dieselbe wie damals, als er Vergebung empfing. Weil er seine Buße widerrief, liegt die Last der Sünden auf ihm, als hätte er nie bereut. … Nicht weil wir vergeben, sondern wie wir vergeben, wird uns vergeben.” (Christi Gleichnisse, S. 189)

    9. Mit welchen kleinsten Regungen in der Tiefe der menschlichen Seele beginnt schon die Übertretung des Gesetzes? Matth. 5, 27.28

“In Kapernaum führten die römischen Beamten offen ihre aufgeputzten Geliebten aus. Das feierliche Schweigen des Sees wurde oft durch ausgelassenes Rufen unterbrochen, das von den Lustbooten herkam, die das Wasser durchfuhren. Die Zuhörerschar Jesu erwartete von IHM eine scharfe Verurteilung dieser Art von Menschen. Stattdessen mussten sie zu ihrer Verwunderung wahrnehmen, dass er die Schlechtigkeit ihrer eigenen Herzen bloßlegte. Wenn jemand böse Gedanken hegt und pflegt, selbst in der geheimsten Kammer seines Herzens, ist das nach Jesu Wort ein Zeichen, dass die Sünde im Herzen regiert. Die Seele ist noch voller Bitterkeit des Bösen, liebt noch in Banden der Sünde.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 189)

“… die bösen Gedanken werden entweder von Satan unmittelbar eingegeben (1. Mose 3, 5; 1. Chron. 22, 1; Joh. 13, 2) oder sie werden von Menschen selbst hervorgebracht und sind die verfluchten Stammeltern, von denen alle Sünden geboren werden; sie kuppeln die bösen Lüste zusammen, und machen Anschläge, dieselben zu erfüllen.” (Büchner, Realkonkordanz: Gedanken)

    Wie können böse Gedanken niedergezwungen werden? Sprüche 4, 23; 2. Kor. 10, 4.5

Böse Gedanken können besiegt werden:

  • a) durch eine gründliche Bekehrung
  • b) durch einen anhaltenden Kampf wider dieselben
  • c) durch gute Gedanken
  • d) durch andächtiges Gebet
  • e) durch Wachsamkeit
  • f) durch mäßiges Leben
  • g) durch gehörige Arbeit
  • h) durch Vermeidung aller sündlichen Gelegenheiten

Überhaupt, wer sein Herz eine Werkstatt des Heiligen Geistes sein läßt, der wird diese Rebellen durch Gottes Beistand zu Paaren treiben.” (Büchner: Realkonkordanz: Gedanken)

    10. Welche tiefsinnige Lehre gibt uns der HERR bezüglich des Auges, dem größten Einfallstor für sündliche Anregung? Matth. 5, 29
    Was fordert der Herr bezüglich der Hand, als dem Ausfallstor der bösen Tat? Matth. 5, 30

“Für die Übergabe des Willens an Gott wird das Bild vom Ausreißen des Auges oder Abhacken der Hand gebraucht. Oft meinen wir, sich dem Willen Gottes zu unterwerfen bedeute, verstümmelt oder verkrüppelt durch das Leben zu gehen. Aber Jesus spricht, es sei besser, dass das Ich verstümmelt, verwundet und verkrüppelt werde, als dass das ewige Leben verloren gehe. Was dir als Mißgeschick erscheinen mag, ist Zugang zu höchster Glückseligkeit. (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 190.191)

    11. Wie hart muss die fleischliche Seite unseres Wesens angefasst und angeschlagen werden, damit wir als Gotteskämpfer und Überwinder ins Reich Gottes eingehen dürfen? 1. Mose 32, 26.32.33

“Jakob begriff den Sieg des überwindenden Glaubens erst, als er sich dem Engel des Bundes hilflos und lahm an die Brust geworfen hatte. Nun war er auch des göttlichen Fürstentums würdig.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 192)

    12. Mit welchen Worten bestätigt der HERR in der Bergpredigt die Unauflöslichkeit der Ehe? Matth. 5, 31.32

“Jesus sprach es in der Bergpredigt ganz klar aus, dass die Auflösung der ehelichen Verbindung unstatthaft sei, wenn es sich nicht gerade um Treubruch der einen Seite handelt … Doch genau wie in den Tagen Christi sind auch heute die gesellschaftlichen Verhältnisse so beschaffen, dass nur eine traurige Verunstaltung vom göttlichen Edelbild dieses heiligen Bundes übrigbleibt.
Bei alledem aber bietet die Heilsbotschaft Christi denen einen Trost, die der Enttäuschung Bitterkeit empfinden mussten, als sie Kameradschaft und Glück zu erjagen hofften.
Geduld und Edelmut, die Christi Geist mitteilt, werden ihr bitteres Los versüßen.
Ein Herz, worin Christus Wohnung genommen hat, wird seiner Liebe so voll und zufrieden, dass es sich nicht mehr in dem Wunsche verzehren kann, anderer Beachtung und Teilnahme auf sich gelenkt zu sehen.
Durch die Hingabe der Seele an Gott kann seine Weisheit an ihr vollbringen, was menschlicher Weisheit unmöglich ist.
Durch die Offenbarung seiner Gnade können Herzen, zwischen denen es fremd und kalt geworden war, durch festere und dauerhaftere als irdische Bande zusammengefügt werden, nämlich durch die goldenen Bande einer Liebe, die sich in der Versuchung bewährt.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 192.194.195)

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Bibelstudium am Sabbat (=Samstag), dem siebenten Tag der Woche (2. Mose 20, 8-11; Jes. 66, 22-23; Markus 2, 27-28). Sabbatbeginn: Freitag bei Sonnenuntergang. Sabbatende: Samstag bei Sonnenuntergang.

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