Kategorie: ALLE TIPPS, Bergpredigt

Bergpredigt Nr. 5: Selig sind die Barmherzigen

Merkvers: “Es wird aber ein unbarmherzig Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat.” (Jak. 2, 13)

    1. Wie verhält sich das nicht wiedergeborene, durch den sündhaften Einfluß der Selbstsucht verdorbene Herz zu seiner Umwelt? Sprüche 12, 10 (2. Satz); 1. Mose 42, 21

“Das menschliche Herz ist von Natur aus kalt, finster und lieblos. Wenn jemand den Geist der Barmherzigkeit und Vergebung offenbart, so tut er dies nicht von sich selbst, sondern unter dem Einfluß des Heiligen Geistes, der an seinem Herzen wirkt.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 150)

    2. Wo finden wir die wunderbare Quelle aller Barmherzigkeit? 2. Mose 34, 6; Psalm 103, 8; 5. Mose 4, 31

“Gott ist die Quelle aller Barmherzigkeit; sein Name ist: ‘Barmherzig und gnädig’. Er behandelt uns nicht wie wir es verdient haben, und fragt nicht danach, ob wir seiner Liebe wert sind, sondern gießt den Reichtum seiner Liebe über uns aus und macht uns ihrer würdig. Er ist nicht rachsüchtig und möchte nicht strafen, sondern erlösen. Selbst die Strenge, die er bisweilen in seinen Schickungen bekundet, dient zum Heile der Gefallenen. Er sehnt sich mit starkem Verlangen danach, die Leiden der Menschheit zu lindern und Balsam auf ihre Wunden zu legen.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 150)

    3. Wie hat der heilige Gott seine große Barmherzigkeit gegenüber dem gefallenen Menschen bekundet, und zwar
    a) schon bei unseren verzagten Stammeltern nach dem Sündenfall? 1. Mose 3, 15.21
    b) in seiner väterlichen Fürsorge für alle Menschen? Matth. 5, 45; Psalm 104, 14.27.28
    c) zur Behebung unserer geistlichen Not und Verlorenheit? Joh. 6, 38-40; Offb. 22, 17

    4. Was hatte Jesus als der barmherzige Sohn Gottes beim Leid der Menschen empfunden? Mark. 6, 34; Luk. 15, 20

“Wo er sich auch hinwandte, ging ihm die Kunde von seiner Barmherzigkeit voraus. Wo er vorübergegangen war, erfreuten sich alle, die seines Mitleids teilhaftig geworden waren, der Gesundheit und erprobten ihre neugewonnenen Kräfte. Es versammelten sich große Mengen um sie, um von ihren Lippen die Werke zu vernehmen, welche der HERR vollbracht hatte. Seine Stimme war der erste Klang, den viele jemals vernommen, sein Name das erste Wort, welches sie gesprochen, sein Angesicht das erste, auf welches sie je geblickt hatten. Warum sollten sie Jesum nicht lieben und seinen Ruhm verkündigen? Wenn er durch die Städte und Flecken ging, so war er wie ein lebendiger Strom, der Leben und Freude verbreitete.” (In den Fußspuren des großen Arztes, S. 21.22)

    5. Wie vielen Menschen steht die Türe des göttlichen Erbarmens in Christo Jesu offen? Röm. 11, 32; Matth. 11, 28

    6. Wann und wo hat die göttliche Barmherzigkeit am Sünder ein Ende? Matth. 18, 23-25; Matth. 25, 41.45.46

    7. Auf welchem Weg erlangt unser Herz die Tugend der Barmherzigkeit? Hess. 11, 19; 2. Petr. 1, 4

“Die Barmherzigen sind ‘teilhaftig der göttlichen Natur’, und die mitleidige Liebe Gottes wirkt sich in ihnen aus. Ihre Herzenssaiten schwingen mit dem Klang der ewigen Liebe; daher werden sie zu erretten und nicht zu verdammen suchen. Der im Herzen wohnende Christus ist die Quelle, die nie versiegt. Wo er wohnen bleibt, wird Wohltat die Fülle sein.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 150)

“Der rechten Barmherzigkeit fähig ist nur der, der an sich selbst das menschliche Elend und besonders die Größe des Sündenverderbens erfahren, und eine Ader des mitleidigen Herzens des himmlischen Hohepriesters in sich hat; und der dabei selbst an sich den Reichtum der göttlichen Erbarmung geschmeckt hat.” (Büchner: Realkonkordanz, Abs. Barmherzigkeit)

    8. Durch welche Gesichtspunkte wird der Christ zur Barmherzigkeit angehalten? Sie entspricht
    a) der göttlichen Forderung: Hos. 12, 6-7; Sach. 7, 9; Kol. 3, 12; 1. Petr. 3, 8
    b) dem göttlichen Wohlgefallen: Hos. 6, 6; Matth. 9, 13
    c) dem göttlichen Vorbild Jesu: Ps. 103, 4; Hos. 11, 8; Jak. 5, 11

“So musste auch der Heiland selbst sein Werk verrichten, nicht, indem er Throne und Reiche umstürzte, nicht mit Prunk und äußerer Schaustellung, sondern indem er zu den Herzen der Menschen durch ein Leben der Barmherzigkeit und Selbstaufopferung redete…
Unser himmlischer Vater kann jede Seele nur in dem Maße gebrauchen, in welchem er seinen Geist in ihr Herz ausgießen kann. Er will nur das Werk aufnehmen, welches sein Bildnis wiederstrahlt. Seine Nachfolger sollen als ihr Beglaubigungsschreiben für die Welt die unauslöschlichen Charakterzüge seiner unsterblichen Grundsätze tragen.” (In den Fußspuren des großen Arztes, S. 38.39)

    9. Mit welcher lehrreichen Erfahrung suchte Gott in Jona die Barmherzigkeit zu den Menschen zu erwecken? Jona 3, 10; 4, 1-3.8-11

“Selbstgerechtigkeit verführt nicht nur dazu, falsche Gottesvorstellungen zu verbreiten, sondern macht auch hartherzig und überkritisch im Umgang mit dem Bruder… Sobald du erkennst, dass du ein Sünder bist und dass nur die Liebe deines himmlischen Vaters dich rettet, dann fühlst du auch Liebe und Mitleid gegenüber anderen, die noch in Sünde schmachten; dann trittst du dem Elend und der Buße nicht mehr mit Eifersucht und Tadel entgegen. Ist erst das Eis der Selbstsucht in deinem Herzen aufgetaut, dann kommst du in Harmonie mit Gott und teilst schließlich seine Freude über die Rettung Verlorener.” (Christi Gleichnisse, S. 158.159)

    10. Welche Gottesmenschen haben in ihrem Leben leuchtende Beispiele der Barmherzigkeit gegeben? 2. Sam. 9, 6-8.13; Hiob 29, 12-17; Apg. 9, 36

    11. Mit welch scharfen Worten strafte der HERR die Pharisäer aller Zeiten in ihrem falschen Buchstabeneifer? Matth. 23, 23; 12, 1.2.7; Jes. 58, 4

“Sie bewiesen ihren Eifer für die Religion, indem sie sich beständig darum stritten. Zwischen den gegnerischen Sekten fanden lärmende, lange Debatten statt und es war nichts Ungewöhnliches, auf den Straßen die Stimmen der Schriftgelehrten im zornigen Streit miteinander zu vernehmen. Das Leben Jesu stand in leuchtendem Gegensatz zu diesen Dingen.” (In den Fußspuren des großen Arztes, S. 34)

“Christus anerkennt die Entrichtung des Zehnten als eine Pflicht, welche sie nicht unerfüllt lassen sollen, aber er tadelt sie, weil sie die in kleinlichen Dingen so genau, jedoch in Pflichten von weit größerer Tragweite, mit Rücksicht auf das Schwerste im Gesetz, das Gericht (die Gerechtigkeit), die Barmherzigkeit und den Glauben, nachlässig waren.
Und ihre Genauigkeit in der Bezahlung des Zehnten von einigen wenigen Kräutern von geringem Werte war darauf berechnet, ihre Vernachlässigung dieser wichtigeren Sachen zu verbergen oder zu entschuldigen.
Alles, was Gott von uns verlangt, ist von Bedeutung. Von der größten Bedeutung ist aber das, was besonders auf innere Reinheit und Treue Bezug hat und in unparteiischem Urteil und zartem Mitgefühl gegen unsere Nebenmenschen und Glauben an Gott zu Tage tritt.” (Leben Jesu, alte Ausgabe, S. 410.411)

    12. In welchem Gleichnis veranschaulichte Jesus den Unterschied zwischen der leeren Buchstabenreligion und der tätigen Liebe einer Gott wohlgefälligen Herzensreligion? Luk. 10, 25-35

“Beide, der Priester wie auch der Levit, nannten sich fromm. Doch der Samariter zeigte, dass er wahrhaftig bekehrt war. Ihm fiel es durchaus nicht leichter als dem Priester und dem Leviten, den Dienst zu verrichten. Aber er bewies eben in Sinn und Tat, dass er im Einklang mit Gott lebte.
Die christliche Charaktervollkommenheit ist erreicht, wenn der Drang, andern zu helfen und zum Segen zu sein ständig in uns wach ist, wenn der Sonnenschein des Himmels unser Herz erfüllt und auch aus unserem Antlitz strahlt…
Bei dieser Tätigkeit hast du unsichtbare Helfer. Engel vom Himmel begleiten den Samariter, der für den verwundeten Fremden sorgte, und Engel vom Himmel stehen auch allen anderen bei, die Gott an ihrem Nächsten dienen. Christus selbst ist dein Mitarbeiter.” (Christi Gleichnisse, S. 292.295.298)

    13. Welche Verheißung gilt denen, die am Liebesdienst der Barmherzigkeit, an der Not des anderen nicht vorübergehen? Luk. 10, 35 (letzter Satz); 14, 13.14; Jes. 58, 8

    14. Wie sehr hasst Gott die Unbarmherzigkeit und wie wird er einst den Unbarmherzigen im Gericht begegnen? Psalm 109, 15.16; Röm. 1, 31.32; Jak. 2, 13

    15. Mit welcher Belohnung aber werden die Barmherzigen selig gepriesen? Matth. 5, 7; Spr. 21, 21; 14, 21; Psalm 41, 2-4

“Wer sein Leben in den Dienst Gottes an seinen Erdenkindern gestellt hat, ist mit dem verbunden, dem alle Mittel der Welt zu Gebote stehen. Sein Leben ist durch die goldene Kette der unwandelbaren Verheißung an das Leben aus Gott geschmiedet. Der HERR wird ihn in der Stunde der Trübsal und Not nicht vergessen.
‘Mein Gott aber fülle aus alle eure Notdurft nach seinem Reichtum in der Herrlichkeit in Christo Jesu.’ (Phil. 4, 19)
In höchster Not zur Endzeit wird der Barmherzige sich unter dem Mantel der Barmherzigkeit Jesu bergen und in Barmherzigkeit aufgenommen werden in die ewigen Wohnungen.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 152)

“Hast Du’s gelernt, lieber Bruder, liebe Schwester? Blicke doch auf den HERRN, der dir täglich gibt und von dem du alles hast, was du hast; willst du von IHM nicht lernen, Liebe und Barmherzigkeit zu üben?…
Sag an: Was hast du bis heute fürs Reich Gottes getan?
Wieviel gebrauchst du doch für Tand und Flitter, Spielereien und Genüsse und wie wenig für den HERRN und die Werke der Barmherzigkeit!
Soll das nicht anders werden? Willst du’s nicht auch erfahren lernen, was es heißt: ‘Selig sind die Barmherzigen!’ Denn im Glücklichmachen liegt das Glücklichsein! Wer nicht andern zum Segen wird, der wird sich selbst zur Last!” (Robert Lieschke, Seligpreisungen)

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Bibelstudium am Sabbat (=Samstag), dem siebenten Tag der Woche (2. Mose 20, 8-11; Jes. 66, 22-23; Markus 2, 27-28). Sabbatbeginn: Freitag bei Sonnenuntergang. Sabbatende: Samstag bei Sonnenuntergang.

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