Kategorie: ALLE TIPPS, Bergpredigt

Bergpredigt Nr. 3: Selig sind die Sanftmütigen

Merkvers: “So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten,…Sanftmut…” (Kol. 3, 12)

    1. Wie gibt sich die Sanftmut auf dem Lebenspfad des Glaubens gegenüber Freund und Feind?

“Die Sanftmut trägt mit gelassenem Sinn und geduldig jedes Unrecht. Dieser Sinn ist denen, die dem Reiche Gottes angehören wollen, unentbehrlich. Die im Geiste Armen und über sich und andere Trauernden nehmen einen sanften, demütigen Sinn an. Sie sind nicht mehr gegen andere hart, lieblos; fahren bei Verfehlungen nicht scharf und streng verurteilend gegen andere aus; tragen, dulden, schweigen und sind stille, wenn andere ein Unrecht gegen sie ausüben, lassen sich, ohne sich aufzulehnen, von den Ungerechten und Gewalttätigen aus ihren Stellen und ihrem Besitztum verdrängen, wenn es sein muss. Sanftmut ist wehrlose Liebe. Schafe haben keine Hörner!”

    2. Wer trug unter uns Menschen die reine göttliche Tugend der Sanftmut? Matth. 11, 29; 21, 5

“Nie war ER unhöflich oder unfreundlich, nie sprach ER ohne Ursache ein hartes Wort, nie kränkte ER unnötig ein fühlendes Herz. ER sagte die Wahrheit, aber immer in Liebe. Menschliche Schwäche verurteilte er nicht, wohl aber rügte er die Heuchelei, den Unglauben und die Ungerechtigkeit; doch tat er dies nur mit Tränen in den Augen und mit bewegter Stimme.” (Der Weg zu Christo, S. 10.11)

“Er war nicht weichlich fromm, aber auch nicht kalt und nüchtern. Der Erlöser der Welt besaß ein noch über Engelsnatur erhabenes Wesen; aber seine göttliche Größe war von Sanftmut und Demut durchwebt, so dass er alle Menschen anzog.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 142)

    3. Welche entgegengesetzte Veranlagung zeigt die alte nicht wiedergeborene Natur des Menschen? Welcher Art sind deshalb die Zustände unter den Menschen dieser Welt? Eph. 2, 3; Ps. 10, 10; Hes. 22, 29

    4. An welchen zwei Beispielen im alten und im neuen Testament zeigt sich die Umwandlung von Zornesnaturen zu sanftmütigen Duldern in der Demutschule Gottes?
    a) 2. Mose 2, 12; 4. Mose 12, 3: “Der Mann Mose aber war sehr geplagt doch sanftmütig mehr denn alle Menschen auf Erden” (Urtext)
    b) Bei welcher Gelegenheit ließ sich Mose in seinem Zorn und Unwillen gehen? Welche unbedachte Handlung vollzog er in seiner aufgebrachten Gemütsverfassung und wie strafte ihn der HERR deswegen? 4. Mose 20, 3.8-11; Ps. 106, 32.33; 5. Mose 3, 23-26
    c) Markus 3, 17; Lukas 9, 54; 1. Joh. 4, 7-8

“Doch hatte Johannes keinen fehlerfreien Charakter. Er war kein sanfter, träumerischer Schwärmer. Er und sein Bruder wurden als die ‘Donnerskinder’ bezeichnet. Johannes war stolz, ehrgeizig und streitsüchtig, aber unter all diesen Charakterzügen gewahrte der göttliche Lehrer das aufrichtige, glutvolle, liebende Herz. Jesus tadelte seinen Eigennutz, enttäuschte seinen Ehrgeiz und prüfte seinen Glauben. Aber er offenbarte ihm auch das, wonach sein Inneres verlangte - die Schönheit heiligen Wesens, seine umwandelnde Gottesliebe. Johannes war eine Natur, die sich nach Liebe, Mitgefühl und Gemeinschaft sehnte. Er drängte sich nahe an Jesu heran, saß an seiner Seite, lehnte an seiner Brust. Wie eine Blume sich von Tau und Sonnenschein ernährt, so nahm er göttliches Licht und Leben in sich auf.” (Erziehung, S. 80)

    5. Was verfluchte der Erzvater Jakob in seinem prophetischen Verheißungssegen an seinen Söhnen Simeon und Levi? 1. Mose 49, 5-7

“Der Sterbende mißbilligte den Zorneseifer der Brüder Simeon und Levi, mit welchem sie gegen die Sichemiten verfuhren. Sie, gleichwie Ruben, können nicht Träger des großen ewigen Völker- und Friedenssegen werden.” (Übersetzung Loch und Reischl, Kommentar zu 1. Mose 49, 3 ff.)

“‘Ich will sie versprengen in Jakob und zerstreuen in Israel.’ Bei der Zählung des Volkes Israel kurz vor dem Einzug ins Land Kanaan war Simeon der kleinste Stamm. Und Mose erwähnte Simeon in seinem letzten Segen überhaupt nicht. Bei der Ansiedlung in Kanaan erhielt dieser Stamm nur einen Teil von Judas Anteil. Und wo einzelne Familien später mächtig wurden, bildeten sich ganz verschiedenartige Gruppen und siedelten sich außerhalb des Heiligen Landes an. Auch Levi erhielt kein Erbe, ausgenommen 48 Städte, die über das ganze Land verstreut waren.” (Patriarchen und Propheten, S. 210)

    6. Wo liegt in uns die Ursache, dass uns noch so viel von der Sanftmut Jesu abgeht? Matth. 16, 24; Kol. 3, 3; Gal. 2, 19-20

“Die Eigenliebe stört unseren Frieden. So lange das Ich lebt, sind wir immer bereit, es vor jeder Kränkung und jeder Beleidigung zu schützen; aber wenn wir uns selbst gestorben sind und unser Leben mit Christus in Gott verborgen ist, werden wir Vernachlässigung und Geringschätzung nicht mehr zu Herzen nehmen. Wir werden taub und blind sein gegen Vorwurf, Hohn und Beleidigung.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 144)

    7. Für wessen Innewohnen ist die Sanftmut ein Beweis? Gal. 5, 22; 6, 1

“Die Liebe, nämlich die größte Tugend, ist der fruchtbare Baum, an dem diese Frucht wächst, welche den Christen einen herrlichen Geruch gibt. Sie äußert sich durch Werke und Taten. Ein Sanftmütiger tut seinem Beleidiger nichts Böses. Er erweist ihm vielmehr Gutes. Er betet für seine Feinde. Er sucht alle Gelegenheit, sich mit ihnen wieder auszusöhnen.” (Büchner: Realkonkordanz, Absatz Sanftmut)

    8. Wie können wir in uns den Zorn und die Empörung gegen empfangenes Unrecht ertragen und besiegen? Röm. 12, 18-21; Judas 9; 1. Petr. 2, 21-23

“Wenn wir Christus in uns aufnehmen, wird der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, unsere Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 144)

“Als unser D. Martin Luther die schlimme Botschaft erhielt, dass der Kaiser auf dem Reichstag zu Worms die Acht über ihn und alle seine Anhänger ausgesprochen hat, da saß er gerade auf der Wartburg und spielte Laute. Meinst du, dass er aufgesprungen ist, gejammert und geklagt hat? Als man ihn erstaunt fragte, ob ihn diese böse Kunde nicht bekümmere und empöre, antwortete er unverzagt: ‘Was geht das mich an? Das ist meines HERRN Sache!” (Aus Robert Lieschke, Die sieben Seligpreisungen)

    9. Welche goldene Regel ist bezüglich des Zornes und des Unfriedens gegeben? Eph. 4, 26; Jak. 1, 19-20
    a) Welche ernste Ermahnung stellt das Wort Gottes gegen den Zorn? Eph. 4, 31.32; Kol. 3, 8
    b) Was ist über die schädliche Wirkung des Zornes gesagt? Spr. 27, 4; 30, 33

“Zorn ruhet im Herzen eines Narren…” Pred. 7, 10

    10. Mit welchem Geist kann man Herzen besänftigen und Herzen erobern? Spr. 15, 1; 1. Petr. 3, 1.4

“Luther erklärte, dass die Sanftmütigen die Herzen gewinnen. Nun denn, mein Bruder, meine Schwester, welche Herzen möchtest Du gewinnen? Das Deines Gatten, der kalt und launenhaft geworden? Das Deines Kindes, das sich Dir verschlossen? Das Deines bösen Nachbarn, der Dir Dein Leben sauer macht? Sanftmut ist die beste Waffe. Überwinde das Böse mit Gutem, den Hass mit Liebe und Du wirst Siege gewinnen! Wirst ausrufen: ‘Wenn ich schwach bin, so bin ich stark!’” (Robert Lieschke, Die sieben Seligpreisungen)

    11. Welche herrliche Verheißung erfüllt sich an den Sanftmütigen? Matth. 5, 5; 1. Kor. 15, 24; Dan. 7, 27

“Die Sanftmütigen ‘werden das Erdreich besitzen.’ Durch das Verlangen nach Selbsterhöhung kam die Sünde in die Welt, und unsere Eltern verloren die Herrschaft über ihr Reich, diese schöne Erde. Durch Selbstverleugnung erlöste Christus die Verlorenen. Er sagt, dass wir überwinden sollen, wie er überwunden hat (Offb. 3, 21). Durch Demut und Hingabe können wir seine Miterben sein…” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 145)

Kategorie: ALLE TIPPS, Bergpredigt

Bergpredigt Nr. 2: Selig sind die da Leid tragen

Merkvers: “Denn Schrecken ist in seinem Zürnen und Leben in seiner Huld. Am Abend kehret Weinen ein, und für den Morgen Freude.” (Psalm 30, 6)

    1. Welche verkehrte Einstellung zeigt das gottlose Herz zur Sünde und Ungerechtigkeit? Joh. 3, 19; Zeph. 1, 12; Jes. 5, 18.19; 2. Thess. 2, 12

    2. Wie versucht Gott durch seinen heiligen Geist, im Herzen des Sünders Leid über die Sünde zu erwecken?
    a) im Hinblick auf das Erlösungsgeschehen am Kreuz von Golgatha? Joh. 1, 29; Jes. 53, 4-6.11
    b) im Hinblick auf das Anerbieten der Errettung? 4. Mose 21, 8.9; Joh. 3, 16; Luk. 2, 34.35
    c) im Bedenken der Folgen? Ps. 90, 12; Röm. 8, 6.13.23

“Christus zieht den Sünder durch Offenbarung Seiner Liebe am Kreuz an. Und dies rührt das Herz, überzeugt den Verstand und flößt der Seele Zerknirschung und Reue ein.” (E.G.White, Review and Herald, 1. April 1890)

“Gott offenbart dem Sünder Christum. Und wenn er die Reinheit des Sohnes Gottes sieht, bleibt ihm der Charakter der Sünde nicht verborgen. Durch Glauben an das Werk und die Macht Christi entsteht in seinem Herzen Feindschaft gegen die Sünde und Satan. Jene, denen Gott vergibt, werden zuerst bußfertig gemacht.” (E.G.White, Review and Herald, 1. April 1890)

    3. Wie versucht Gott durch den heiligen Geist den Sinn des Sünders in seiner Neigung zur Sünde zu ändern? Luk. 15, 16.17; Jer. 3, 25

“Christus ist die Quelle jedes rechten Beweggrundes. Nur er allein kann in dem natürlichen Herzen Feindschaft gegen die Sünde erwecken. Er ist die Quelle unserer Stärke, wenn wir errettet werden sollen. Keine Seele kann sich ohne die Gnade Christi bekehren.” (E.G.White, Review and Herald, 1. April 1890)

“Durch die göttliche Gnade Christi wird dem Menschen übernatürliche Kraft verliehen, die auf Geist, Herz und Charakter wirkt. Durch diese Gabe der Gnade Christi, wird die Sünde in ihrer verabscheuungswürdigen Natur erkannt und schließlich aus dem Seelentempel verbannt.”" (E.G.White, Review and Herald, 4. Nov. 1890)

    4. Was bewirkt die vom heiligen Geist gewirkte Traurigkeit über die Sünde im Herzen dessen, der Christum als persönlichen Heiland angenommen hat? 2. Kor. 7, 9-10; Luk. 7, 38; Röm. 2, 4

“Ich erhielt solchen Trost, dass das Wort Buße (im Hebräischen: Wieder-Zurückkehr; im Griechischen: nach geschehener Tat klug werden) von derselben Zeit an, mir angenehm, lieblich und tröstlich zu hören war, das ich zuvor ohne Schrecken nicht konnte hören nennen.” (D. Martin Luther, Brief an Staupitz, im Jahre 1518, Werke XV. 507)

    5. Welcher selbstsichere Nachfolger und Apostel Jesu erfuhr unter bitteren Tränen dieser göttlichen Traurigkeit seine endgültige Bekehrung? Matth. 26, 74.75

“Er (Petrus) war entsetzt über seine Undankbarkeit, seine Falschheit und seinen Meineid. Noch einmal schaute er seinen Heiland an, und er sah eine frevelhafte Hand erhoben, bereit, Jesus ins Gesicht zu schlagen. Unfähig, diesen Anblick länger zu ertragen, stürzte er mit bekümmertem Herzen aus dem Haus. Es trieb ihm vorwärts in Einsamkeit und Dunkelheit; er wußte nicht wohin. Schließlich fand er sich im Garten Gethsemane wieder. Die Ereignisse der letzten Stunde wurden wieder in ihm lebendig. Das leidende Antlitz seines Herrn, vom Blutschweiß entstellt und vor Angst völlig verkrampft, stand ihm wieder vor Augen. In tiefer Reue dachte er daran, dass Jesus allein geweint und allein im Gebet gerungen hatte, während sie, die in dieser Stunde der Prüfung mit ihm verbunden sein sollten, schliefen.” (Das Leben Jesu, S. 708)

    6. Bei welcher Versammlung hat sich der große Gott in besonderem Maße zu seinem anbetenden Volke bekundet? Esra 9, 15; 10, 1; 2. Chron. 30, 15-16; 19-20

    7. Welch ernste Ermahnung ist uns gegeben hinsichtlich der Ausgelassenheit, der sich im lachenden Vergnügungstaumel betörenden Welt? Jak. 4, 7-10; Luk. 6, 21.25
    Was ist besser als mit den Narren zu Lachen? Pred. 7, 1-6

    8. Mit welchem Zweck läßt Gott, der HERR manchmal Leid, Trauer und bittere Betrübnis im menschlichen Leben zu? Klagel. 3, 31.33.40; Hebr. 12, 10; Offb. 3, 19

“Die Worte des Heilands sind eine tröstliche Botschaft für die Leidenden und Trauernden. Unsere Leiden kommen nicht von ungefähr; ‘denn nicht aus Lust plagt und betrübt er (Gott) die Menschenkinder.’ Wenn Gott Leiden zuläßt, so ist es ‘zu Nutz, auf dass wir seine Heiligung erlangen’. Jedes Leiden, erscheine es auch noch so hart und bitter, muss dem zum Segen gereichen, der es gläubig trägt. Ein schwerer Schlag, der die irdischen Freuden zunichte macht, kann zum himmlischen Wegweiser zu werden. Viele hätten den HERRN nie erkannt, wenn nicht Leid sie dazu veranlaßt hätte, bei ihm Hilfe und Trost zu suchen. Die Prüfungen des Lebens sind Gottes Arbeiter, die alle Unreinheiten und Rauheiten unseres Lebens entfernen sollen. Das Behauen und Meißeln, Glätten und Polieren ist freilich schmerzhaft. Es ist hart, in die Schleifmühle gebracht zu werden; aber der Baustein geht daraus wohlzubereitet hervor, um seinen Platz im göttlichen Tempel einzunehmen.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 138)

    9. Mit welcher Gewissheit können Gotteskinder die Leiden tragen? Hiob 5, 17-19; Jes. 60, 20

    10. Was vollführt der HERR durch diese Leidensprüfungen in unserem Leben? Hebr. 12, 11.12; Jak. 1, 2-4.12; Jes. 28, 19

Christus richtet das geängstigte Herz auf und läutert das niedergeschlagene Gemüt, bis es zu seiner Wohnung wird. Aber wie viele von uns sind in Stunden der Trübsal wie Jakob? Wir meinen die Feindeshand zu spüren und ringen zwecklos in der Dunkelheit, bis unsere Kraft dahin ist, ohne dass wir Trost und Freiheit erlangt hätten.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 139)

    11. Verläßt der HERR seine Kinder am Tage der Trauer? 2. Sam. 15, 30

“David aber ging den √ñlberg hinab und weinte, und sein Haupt war verhüllt, und er ging barfuß.” Da sah Gott mitleidsvoll auf ihn herab… Nie war David der ewigen Liebe teurer, als da er durch die Flucht vor seinen Feinden, die sein eigener Sohn zur Empörung verführt hatte, sein Leben in Sicherheit bringen musste. Der HERR sagt: ‘Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und tue Buße!’ ” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 138, 139)

    12. Mit welcher Verheißung werden die Leidtragenden und Trauernden selig gepriesen? Matth. 5, 4

    13. Mit welchem Trost will der HERR seinem Kinde am Tage der Trauer und des Leides nahe sein? Psalm 65, 5; 73, 26; Jes. 66, 2; Jer. 31, 13

“Der segnende Heiland steht bei vielen, deren Blicke so von Tränen umflort sind, dass sie ihn nicht erkennen. Er sehnt sich danach, unsere Hand zu ergreifen und uns zu führen, wenn wir uns in kindlichem Vertrauen auf ihn verlassen. Sein Herz ist für unseren Kummer, unsere Leiden und Sorgen immer offen; er hat uns stets mit unendlicher Liebe und reicher Güte umgeben. Wir können unser Herz in ihm ruhen lassen und uns in seine große Güte versenken. Er wird die Seele aus den täglichen Sorgen und Schwierigkeiten hinweg in das Reich des Friedens versetzen. Denkt daran, ihr Kinder des Leidens und des Kummers, und seid fröhlich in Hoffnung! ‘Unser Glaube ist der Sieg der die Welt überwunden hat.’ ” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 140)

    14. Was empfindet ein wahrer Christ gegenüber der Last und dem Leid anderer? 1. Petr. 3, 8; 1. Kor. 12, 26; Luk. 10, 33

“Wir müssen einen Blick für die Sorgen, Schwierigkeiten und Nöte der anderen haben und überhaupt an den Freuden und Leiden von reich und arm, hoch und niedrig Anteil nehmen… nie dürfen wir an einem leidenden Mitmenschen vorübergehen, ohne zu versuchen, ihm von jenem Trost mitzuteilen, mit dem Gott auch uns getröstet hat… Gott findet seinen Ruhm darin, aufzurichten, was gefallen, und zu trösten, was betrübt ist… So soll also die Gemeinde in der Nacht geistlicher Finsternis Gottes Ehre ausstrahlen, in dem sie die Niedergebeugten aufrichtet und die Trauernden tröstet.” (Christi Gleichnisse, S. 296-298.318)

Kategorie: ALLE TIPPS, Bergpredigt

Bergpredigt Nr. 1: Selig sind die da geistlich arm sind

Liebe Glaubensgeschwister und Freunde der Sabbatschule

Die Bergpredigt ist der Segensspruch des Himmels über die Erde. Sie klingt in unseren Tagen wie eine Stimme aus einer höheren Welt. Sie wurde der Menschheit gegeben, ihr eine Richtschnur des Handelns, ein himmlisches Licht auf dem Wege zu sein. Sie sollte den Menschen Hoffnung und Trost in Verzagtheit, Heil und Erquickung in allem Wechsel und Wandel des Lebens bieten. In der Bergpredigt spricht der Fürst der Prediger, der Meisterlehrer, Worte aus, die ihm der Vater gab.

Christus spricht klar aus, welche Gesinnung er jederzeit anerkennen und segnen wird.

Von den ehrgeizigen Günstlingen der Welt kehrt er sich ab zu denen, die von ihnen nicht anerkannt werden und preist alle selig, die sein Licht und Leben annehmen. Den geistlich Armen, den Sanftmütigen, den Demütigen, den Traurigen, den Verachteten, den Geschmähten und Verfolgten streckt er seinen Retterarm entgegen und spricht:

“Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.”

Christus blickt auf das Elend dieser Welt. Er sieht die Not und den Kampf des Menschen und bereut es trotz allem nicht, dass er ihn geschaffen hat. Er sieht in dem Herzen des Menschen auch anderes als Sünde und Elend. Er erkennt in seiner unendlichen Weisheit und Liebe, wie er den einzelnen gestalten, auf welche Höhe er ihn führen kann. Die Menschen haben zwar ihre Gnadengüter mißbraucht und ihre von Gott verliehene Würde zerstört. Aber er hat sich vorgenommen, sein Schöpfertum durch ihre Erlösung zu verherrlichen.

Die Worte, die Christus vom Berg der Seligpreisung redete, werden ewig ihre Kraft bewahren. Jeder Satz ist ein Edelstein aus dem Schatzkästlein der Wahrheit. Die Grundsätze dieser Rede gelten zu allen Zeiten und allen Menschen. Mit göttlicher Kraft sprach Christus seinen Glauben und seine Hoffnung aus, als ER Gruppe nach Gruppe solcher Menschen selig pries, die eine aufrechte Gesinnung erlangt haben.

Jeder kann die mit seinen Worten gekennzeichnete Höhe erreichen, wenn er im Glauben an Ihn, den Lebensspender, so lebt wie ER.

Der Herr segne diese Sabbatschul-Lektionen für einen geheiligten Wandel seiner Nachfolger.
Dr. Eberhard Vorndran


Selig sind die da geistlich arm sind

Merkvers: “Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir.” (Psalm 109, 22)

    1. Wie war zur Zeit Jesu der vorherrschende, geistliche Zustand und die Herzenseinstellung der damaligen Menschen, welche auf das erste Kommen des Messias wartete? Joh. 5, 44; Luk. 11, 43; Joh. 8, 33; Luk. 18, 9-12

“Zu Christi Zeiten hielten sich die religiösen Führer des Volkes für reich an geistlichen Gütern. Das Gebet des Pharisäers: ‘Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute’ drückt das Gefühl seiner Klasse sowie eines großen Teiles des ganzen Volkes aus.” (Leuchtende Spuren, Teil II, Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 134)

    2. Was hat Jesus als das wahre Wesen des Gesetzes in der Bergpredigt herausgestellt? Matth. 7, 12.21

“Seine Sendung bestand darin, ‘dass er das Gesetz herrlich und groß machte’ (Jes. 42, 21). Er sollte die geistliche Beschaffenheit des Gesetzes offenbaren, seine allumfassenden Grundlagen aufdecken und seine ewige Gültigkeit darlegen. O Jesus in Deiner Schöne, was sind die ehrenhaftesten und edelsten Menschen gegen Dich! Du, von dem der Geist der Weissagung durch Salomo schrieb, dass Du seiest, ‘auserkoren unter vielen Tausenden…und…ganz lieblich’ (Hohel. 5, 10.16); von dem David, als er Dich im Gesicht schaute, sprach: ‘Du bist der Schönste unter den Menschenkindern’ (Psalm 45, 3).” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 178)

    3. Wie predigte Christus unser HERR im Vergleich zu den Schriftgelehrten? Matth. 7, 28.29; Joh. 6, 63

    4. Welcher Art ist die Herzenseinstellung der geistlich Armen? Luk. 5, 8; 18, 13; Offb. 3, 17 letzter Teil
    Welches Sehnen hat Gott durch den Hl. Geist in ihre Herzen gegeben? Psalm 51, 1-12; Titus 2, 11

“Aber unter der Menge, die den HERRN umgab, befanden sich doch einige, die sich ihrer geistlichen Armut bewußt waren. Als bei dem wunderbaren Fischzug die göttliche Macht Christi offenbar geworden war, fiel Petrus dem Heiland zu Füßen und rief: ‘HERR, gehe von mir hinaus! Ich bin ein sündiger Mensch.’ So gab es auch unter den auf dem Berg versammelten Menschen, die in seiner heiligen Gegenwart fühlten, dass sie ‘elend und jämmerlich, arm, blind und bloß’ seien, und die sich nach der ‘heilsamen Gnade Gottes’ sehnten. In solchen Seelen erweckten die Einleitungsworte Christi Hoffnungen. Sie sahen, dass ihr Leben unter dem Segen Gottes stand.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 134, 135)

    5. Nur welche Klasse unter der großen Schar der Namenschristen verlangt nach dem Segenskelch der Gnade in dem Blute des Lammes? Psalm 70, 6; Jes. 66, 2; Psalm 34, 19

“Jesus hatte den Segenskelch denen angeboten, die glaubten, sie seien reich und hätten gar satt und bedürfen nichts (Offb. 3, 17); aber sie hatten diese köstliche Gabe verachtet. Wer sich vollkommen fühlt, wer sich für gut genug hält und mit seinem Zustand zufrieden ist, strebt nicht danach, Teilhaber der Gnade und Gerechtigkeit Christi zu werden. Der Stolze fühlt keinen Mangel und verschließt deshalb Christus und dem unermeßlichen Segen, den er verleihen möchte, das Herz. In einem solchen Herzen ist kein Raum für Jesus. Wer in seinen eigenen Augen als reich und ehrenwert erscheint, kann nicht im Glauben bitten, mithin auch nicht den Segen Gottes empfangen. Er fühlt sich satt und geht deshalb leer hinweg. Diejenigen aber, die wissen, dass sie sich nicht selbst retten noch irgendeine gerechte Tat aus sich selber vollbringen können, werden die Hilfe Christi schätzen, die er gewähren kann. Sie sind die geistlich Armen, die er selig preist.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 135)

    6. Welche Segensverheißungen ist den geistlich Armen gegeben? Jes. 57, 15; Luk. 4, 18 letzter Teil; Jes. 1, 18

“Von den geistlich Armen sagt Christus: ‘Ihrer ist das Himmelreich.’ Dieses Reich ist nicht, wie Christi Zuhörer damals annahmen, ein zeitliches oder irdisches Reich. Christus erschloß ihnen das geistige Reich seiner Liebe, seiner Gnade, seiner Gerechtigkeit. Das Kennzeichen der Herrschaft Christi in uns ist unsere √Ñhnlichkeit mit dem Menschensohn. Seine Untertanen sind die geistlich Armen, die Demütigen, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgten. ‘Ihrer ist das Himmelreich.’ Wenn sie auch noch nicht vollkommen sind, hat doch in ihnen das Werk begonnen, das sie ‘zu dem Erbteil der Heiligen im Licht’ (Kol. 1, 12) tüchtig machen wird.” (Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 136)

    7. Was wirkt die göttliche Gnade an dem, der in seiner Blöße und Armut zu Christus kommt und Ihn aufnimmt? Joh. 1, 12; Hes. 36, 26-28

    8. Welche geistliche Einstellung ist dem HERRN ein Greuel? 2. Mose 5, 2; Sprüche 16, 5; Dan. 5, 18-22

“Was Petrus zu Fall brachte und was den Pharisäer von der Gottesgemeinschaft ausschloß, das erweist sich auch heute noch als verderblich für Tausende. Nichts mißfällt Gott so sehr und nichts ist der Menschenseele so gefährlich wie Stolz und Selbstgewißheit. Von allen Sünden ist sie am hoffnungslosesten und am schwersten heilbar.” (Christi Gleichnisse, S. 116)

    9. Welch bittersten Tadel muss der treue Zeuge Jesus den berufenen Leitern und Predigern, d.h. dem Engel des Laodizea-Volkes geben? Offb. 3, 15-17

    a) Mit welch ernstem Rat bedenkt der liebevolle Heiland die Schande der Blöße der Adventkirche und ihre große Not? Offb. 3, 18-19

    b) Wie bezeichnet der HERR die geistigen Führer von denen er sein geistlich armes, geringes Volk trennt, und in wem ist das Vertrauen der Seinen geborgen? Zeph. 3, 11.12.17.18

    c) Welcher Art sollte die Gesinnung und Geisteshaltung der Leiter und der Glieder der berufenen Adventgemeinde in Laodizea sein? Röm. 12, 1.2; Joel 2, 12.13.16-18

“Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Die evangelische Bekenntniskirche und die Adventkirche nach dem Zusammenbruch des Nazistaates! Während dem die mit der gottfeindlichen Nazidiktatur buhlende Adventkirche nach dem zweiten Weltkrieg stolz weitergelaufen ist, als ob nichts geschehen wäre, sind auch keine Gedanken machte über die 454 zerstörten Versammlungshäuser, in welchen einst das Symbol des Hakenkreuzes prangte, hat die evangelische Bekenntniskirche, wie wohl sie sich nicht derart an Gottes heiliger Sache durch Verrat verschuldet hat wie die Adventkirche, in Erkenntnis ihrer geistlichen Armut ein mutiges Schuldbekenntnis abgelegt; das hier gekürzt wiedergegeben wird:

“Wir können nicht einfach weiterarbeiten, als ob nichts geschehen wäre, und wir können nicht einfach einen fröhlichen Schritt vorwärts tun, es könnte sonst der direkte Schritt in die Hölle werden. Ehe wir anfangen, haben wir umzukehren auf den rechten Weg… Unsere heutige Situation ist aber auch nicht in erster Linie die Schuld unseres Volkes und der Nazis; wie hätten sie den Weg auch gehen sollen, den sie nicht kannten; sie haben doch einfach geglaubt auf dem rechten Weg zu sein! Nein! Die eigentliche Schuld liegt auf der Kirche, denn sie allein wußte, dass der eingeschlagene Weg ins Verderben führte, und sie hat unser Volk nicht gewarnt, sie hat das geschehene Unrecht nicht aufgedeckt oder erst, wie es zu spät war. Und hier trägt die bekennende Kirche ein ganz besonderes Maß von Schuld, denn sie sah am klarsten, was vor sich ging und was sich entwickelte; sie hat sogar dazu gesprochen und ist dann doch müde geworden und hat sich vor Menschen mehr gefürchtet als vor dem lebendigen Gott. So ist die Katastrophe schließlich über uns hereingebrochen und hat uns mit in ihren Strudel gezogen. Wir aber, die Kirche haben an unsere Brust zu schlagen und zu bekennen: Meine Schuld, meine Schuld, meine übergroße Schuld! Das haben wir heute unserem Volk und der Christenheit zu sagen, dass wir nicht als die Frommen und Gerechten vor ihnen stehen und zu ihnen kommen, dass wir vielmehr schuldig sind… Wir müssen auch eine ganze Anzahl von Persönlichkeiten aus den Kirchenleitungen los werden, die zur Führung der Kirche nicht geeignet gewesen sind. Wenn heute jeder kleine Parteigenosse Amt und Brot verliert, dann ist es unmöglich, dass Männer in den Kirchenleitungen gehalten werden, die sich in Hirtenbriefen oder in gedruckten √Ñußerungen oder sonst irgendwie so über den Nationalsozialismus und seine Weltanschauung ausgesprochen haben, dass der kleine Mann dadurch das gute christliche Gewissen bekam, sich der Partei anzuschließen… Wir fragen nach der Erneuerung der Kirche, nach einer echten und ernsten Reformation!” (Ansprache Pastor Niemöllers am 28. August 1945 in Trysa, zitiert in “Die Evangelische Kirche in Deutschland nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches” von Prof. Karl Barth, S. 63.65.66

    10. In welcher Tugend Christi ruht die geistliche Armut? Matth. 11, 29; Zeph. 2, 3; 1. Petr. 5, 5

“Gottes Natur ist, dass er aus nichts etwas macht. Darum, wer noch nicht nichts ist, aus dem kann Gott auch nichts machen. Die Menschen aber machen aus was etwas, das ist lauter unnütz Werk; darum nimmt Gott nicht auf, denn die Verlassenen; macht nicht gesund, denn die Kranken; macht nicht sehend, denn die Blinden; macht nicht lebendig, denn die Toten; macht nicht fromm, denn die Sünder; macht nicht weise, denn die Unweisen. Kurz, er erbarmt sich nicht, denn der Elenden, und gibt nicht Gnade, denn denen, die in Ungnade sind. Derobhalben, kann kein Hoffärtiger, Heiliger, Weiser oder Gerechter Gottes Materie werden, und Gottes Werk in ihm erlangen, sondern bleibt in seinem eigenen Werk, und macht einen erdichteten, scheinenden, falschen, gefärbten Heiligen aus sich selbst, das ist, einen Heuchler!” (D. Martin Luther, Werke IV, S. 2309)

“Beispielhafte Demut und geistlich arme Herzenseinstellung zeigte auch Kaiser Alexander, welcher bei der großen Überschwemmung in Petersburg, unter den Volkshaufen sich mischend, bekannte: “Meine Kinder, es geschieht um meinetwillen, dass ihr leidet, - ich bin’s - meine Sünden sind’s, welche Gott an euch heimsucht!”

    11. Welch herrliches Erbe tragen die geistlich Armen schon jetzt in ihrem Herzen? Matth. 5, 3

“Allein schon hier auf Erden darf sich ein Christ der Gemeinschaft mit seinem Erlöser erfreuen. Er darf das Licht seiner Liebe erblicken und immerwährend seine tröstende Gegenwart genießen.” (Leuchtende Spuren, Teil I; Der Weg zu Christo, S. 121.122)

Sabbatschule.de
Bibelstudium am Sabbat (=Samstag), dem siebenten Tag der Woche (2. Mose 20, 8-11; Jes. 66, 22-23; Markus 2, 27-28). Sabbatbeginn: Freitag bei Sonnenuntergang. Sabbatende: Samstag bei Sonnenuntergang.

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